Die 1941 eingeführte Multi-Centerchrono ist der zentrale Chronograph, den Mido in den 1940er- und 1950er-Jahren anbot – und was für ein Chronograph! Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial: Alle vier Zeiger (Stunden, Minuten, Chronographen-Sekunde und Chronographen-Minute) sind zentral angeordnet. Keine Hilfszifferblätter, keine Überfrachtung des Zifferblatts. Das Ergebnis ist ein Chronograph, der im Ruhezustand einer eleganten Dreizeiger-Uhr gleicht – wie der damalige Werbeslogan es zusammenfasste: „Der einzige Chronograph, der wie eine schöne Uhr aussieht“. Bei aktiviertem Chronographen entsteht ein faszinierender optischer Eindruck: Die beiden übereinanderliegenden zentralen Zeiger erinnern an den Mechanismus eines Schleppzeigers.
Das Kaliber Mido 1300 mit Handaufzug und Säulenrad ist eine Abwandlung des berühmten Valjoux VZ – eines prestigeträchtigen Basiskalibers, das auch als Grundlage für die VZSS-Kaliber von Audemars Piguet sowie für einige Observatoriums-Wettbewerbswerke und komplizierte Uhren von Patek Philippe diente. Ausgestattet mit 17 Rubinen und einer Gangreserve von etwa 48 Stunden, bündelt das 1300 die Chronographen-Funktionen auf einer einzigen Achse.
Die überwiegende Mehrheit der produzierten Multi-Centerchrono entstand in Edelstahl oder mit gelb- beziehungsweise roségold-plattiertem Gehäuse. Das Exemplar, das wir mit Freude anbieten, ist von gänzlich anderer Natur: Sein Gehäuse besteht aus massivem 14-karätigem Gelbgold (0,585), wie die perfekt sauber eingeschlagenen Punzen im Inneren des Gehäusebodens sowie zwischen Krone und Drücker auf 4 Uhr bezeugen. In der Welt der Multi-Centerchrono-Sammler sind Exemplare in massivem Gold von absoluter Seltenheit – unseres Wissens wurden im Laufe der Jahrzehnte nur vier Exemplare von Spezialisten identifiziert, davon mindestens zwei in 18-karätigem Gold.
Das wasserdichte Gehäuse mit zehneckig verschraubtem Gehäuseboden stammt aus der Hand von Taubert et Fils, Nachfolgern des legendären François Borgel. Kenner werden sofort die überdimensionierten „Soleil“-Drücker und die kannelierte Krone erkennen: Es sind dieselben Komponenten wie bei der Patek Philippe Ref. 1463, dem ersten wasserdichten Chronographen der Genfer Manufaktur – die berühmten „Tasti Tondi“, die heute bei Auktionen beträchtliche Summen erzielen. Im Inneren des Gehäuses schützt ein antimagnetischer Käfig, bestehend aus einem das Werk umgebenden Ring und einer Staubschutzkappe, das Kaliber. Das Innere des Gehäusebodens offenbart sämtliche Markierungen der Marke, die Gehäusenummer, die britische Patentnummer für dieses wasserdichte Gehäuse, die Kennzeichnung 14 Karat Gold / 585 ‰, die Schweizer 14-Karat-Goldpunze (Eichhörnchen und G für das Zollamt Genf) sowie den Genfer Schlüssel Nr. 11 für den Hersteller Taubert Frères. Zudem sind die letzten vier Ziffern der Gehäusenummer erneut zwischen den Hörnern auf 6 Uhr eingraviert – und bleiben außerordentlich tief.
Das Exemplar, das wir mit Freude anbieten, präsentiert darüber hinaus ein vergoldetes Champagner-Zifferblatt mit der Signatur „Mido / MULTI-CENTERCHRONO“ sowie einer doppelten tachymetrischen (Basis 1000) und telemetrischen Skala in Blau. Die goldfarben lackierten arabischen Ziffern und die Zeiger bewahren ihre originale, nicht restaurierte Leuchtmasse (Radium-Basis), die eine warme Patina entwickelt hat und die Authentizität des Ganzen bezeugt. Der rote Zeiger des Chronographen-Minutenzählers vervollständigt diese Komposition harmonisch. Das Zifferblatt weist eine allgemeine Patina und leichte Kratzer auf – Spuren der Zeit, die mit dem Alter des Stücks und seiner Authentizität im Einklang stehen.
Das mechanische Handaufzugswerk wurde einer vollständigen Revision unterzogen. Der Chronograph startet, stoppt und stellt sich tadellos auf null zurück.
Aus einer französischen Familie erworben, in deren Besitz sie sich seit vielen Jahren befand, stellt diese Multi-Centerchrono in massivem Gold eine bemerkenswerte Entdeckung für versierte Sammler dar – eine Variante, die die meisten Liebhaber des Modells schlichtweg nie zu Gesicht bekommen haben.