Lanciert 1957 als Chronograph für Rennfahrer, wird die Omega Speedmaster sieben Jahre später von der NASA im Rahmen der Tests vorselektiert, die darauf abzielten, die zukünftigen Astronauten des Apollo-Programms auszurüsten. Einer Batterie extremer Tests unterzogen – Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Stöße, Vakuum, Vibrationen, Beschleunigung, Verzögerung – war sie die einzige Kandidatin, die sie alle bestand, und erhielt am 1. Juni 1965 die offizielle Qualifikation „Flight-Qualified for All Manned Space Missions”. Am 21. Juli 1969, als Buzz Aldrin im Anschluss an Neil Armstrong (der seine eigene Speedmaster in der Mondlandefähre als Ersatz für eine defekte Borduhr zurückgelassen hatte) den Fuß auf den Mond setzte, trug er an seinem Handgelenk seine Speedmaster ST 105.012 mit Kaliber 321 – offiziell „the first watch worn on the Moon”, eine Inschrift, die ab 1970 auf dem Gehäuseboden aller Speedmaster Professional eingraviert wurde. Die Speedmaster rettete auch 1970 die Apollo-13-Mission: Sie war es, die die kritischen Verbrennungen der Rückkehrmotoren zeitlich erfasste, die die Besatzung zur Erde zurückbringen sollten. Seit 1957 ununterbrochen produziert, ist sie zweifellos eines der ikonischsten Stücke der modernen Schweizer Uhrmacherei.
Im Jahr 1968 weicht das historische Kaliber 321 dem Kaliber Omega 861 – Handaufzug, 17, dann 18 Steine ab 1992, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde –, das die Moonwatch fast dreißig Jahre lang ausstatten wird. Die Modellreferenz, ST 145.022, bleibt unverändert bis 1988, als Omega seine Nomenklatur überarbeitet und sie 3590.50 tauft. Gehäuse, Zifferblatt, Mechanik und Mission bleiben strikt dieselben: Der Gehäuseboden wird übrigens weiterhin im Inneren mit „145.022” graviert. Die 3590.50 wird bis 1996/1997 produziert, bevor sie durch die 3570.50 mit Kaliber 1861 (rhodiniert) ersetzt wird. Ihre kanonischen Merkmale: ein Edelstahlgehäuse von 42 mm, ein mattes schwarz-anthrazitfarbenes Zifferblatt mit drei Zählern, eine feststehende Lünette mit schwarzer Tachymeterskala, ein Acrylglas, sogenanntes „Hesalit” – von der NASA vorgeschrieben, um Splittern bei Stößen in der Schwerelosigkeit zu vermeiden –, und runde Drücker und eine geriffelte, nicht verschraubte Krone.
Das Exemplar, das wir das Vergnügen haben anzubieten, stammt aus circa 1992 (Seriennummer 4828xxxx) und präsentiert sich in sehr schönem Gesamtzustand. Das Edelstahlgehäuse ist makellos, mit klaren Abgrenzungen zwischen den matten satinierten/gebürsteten und glänzend spiegelpolierten Oberflächen, der Signatur des Speedmaster-Designs. Im Inneren des Bodens bleibt die Gravur „145.022” perfekt klar. Das wunderschöne schwarze Zifferblatt steht dem in nichts nach: Das originale Leuchtmaterial auf Tritium-Basis („T SWISS MADE T” auf 6 Uhr), sowohl auf den gemalten Stabindizes als auch auf den Zeigern, hat eine warme, homogene und besonders attraktive Patina entwickelt. Das Uhrwerk, Kaliber Omega 861 in seiner gelben Finissierung – eine der drei historischen Finissierungen des Kalibers, neben den rhodinierten (weißen) und rosé-kupferfarbenen Versionen –, wurde von einem unserer erfahrenen Uhrmacher vollständig revidiert und arbeitet einwandfrei. Die Uhr wird auf ihrem originalen Omega-Edelstahlarmband Referenz 1479 mit massiven Endstücken 812 geliefert, ebenfalls sehr gut erhalten.
Für wen eine Neo-Vintage-Moonwatch erwerben möchte, „pré-1861” – die letzte Iteration mit der direkt aus der Apollo-Ära ererbten Mechanik 861, in einem intakten Gehäuse und mit einer authentischen und warmen Patina –, ist diese 3590.50 von 1992 in unseren Augen eine besonders gelungene Auslegung der Referenz. Eine Uhr, die man im Alltag tragen kann und die auf ihrem Gehäuseboden den einzigartigsten Satz der Uhrmacherei trägt: „The First Watch Worn On The Moon”.