Die Speedking erscheint Anfang der 1940er Jahre im Rolex-Katalog – eine Uhr mit Handaufzug, untergebracht im berühmten wasserdichten Oyster-Gehäuse mit verschraubter Krone. Ihr Name evoziert die Geschwindigkeit und huldigt der Welt der Rekorde, in der Linie des sportlichen Geistes, den Rolex seit den Heldentaten von Sir Malcolm Campbell am Steuer seines Blue Bird pflegt. Trotz ihrer erschwinglichen Positionierung teilt die Speedking mit ihren älteren Schwestern die Grundlagen, die den Ruf der Marke begründet haben: wasserdichtes Oyster-Gehäuse, verschraubte Krone, Präzisionswerk – eine vollwertige Rolex. Die Ref. 4220 im sogenannten „Boy Size“-Format (30 mm) ist eine der allerersten produzierten Speedking-Referenzen. Im Gegensatz zu den berühmten automatischen „Bubble Back“, deren Wert in den letzten Jahren stetig steigt, ist die Speedking eine „Flat Back“ – flacher verschraubter Boden, schlankere und elegantere Silhouette am Handgelenk.
Das Exemplar, das wir anbieten und dessen Seriennummer (231xxx) die Produktion auf 1943 datiert, zeichnet sich durch ein Zifferblatt von beträchtlicher Seltenheit und Begehrtheit aus: das sogenannte „California“-Zifferblatt, das Rolex 1941 unter dem Namen „Error-Proof Dial“ patentieren ließ. Sein Ursprung ist militärisch: Diese gemischte Anordnung wurde konzipiert, um das Risiko eines versehentlichen verkehrten Ablesens im Trubel des Gefechts zu verringern. Das Zifferblatt zeichnet sich durch ein umgekehrtes Dreieck bei 12 Uhr, große Striche bei 3 und 9 Uhr, einen kleinen Strich bei 6 Uhr, römische Ziffern in der oberen Hälfte (I, II, X, XI) und arabische Ziffern in der unteren Hälfte (4, 5, 7, 8) aus. Alle Indizes sind großzügig mit Leuchtmasse (auf Radiumbasis) versehen, für eine optimale Lesbarkeit bei schwachen Lichtverhältnissen.
Die Farbe des Zifferblatts steigert das Interesse an diesem Exemplar zusätzlich. California-Zifferblätter sind bereits sehr gesucht; in der lachsrosa Version werden sie wahrhaft selten. Und vor allem ist dieses hier original – ein entscheidender Punkt, den es hervorzuheben gilt, da nachgedruckte oder neu lackierte California-Zifferblätter auf dem Markt äußerst häufig sind. Hier nichts dergleichen: Das Zifferblatt ist authentisch, in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Das Radium der Indizes hat eine goldene/kupferfarbene Patina entwickelt, die sich harmonisch in den Lachston des Grundes einfügt. Die Beschriftungen sind perfekt lesbar. Die gebläuten Mercedes-Zeiger aus Stahl, ebenfalls weitgehend leuchtend, sind charakteristisch für die allerersten Speedking. Ihre Patina ist perfekt auf jene der Indizes abgestimmt – ein Zeichen der Authentizität, das Kenner sofort zu schätzen wissen.
Das Oyster-Gehäuse aus Stahl mit 30 mm, mit polierter glatter Lünette, ist in sehr schönem Gesamtzustand. Die verschraubte Oyster Patent-Krone ist original. Der verschraubte Boden trägt im Inneren die Inschriften „BREVETÉE / Rolex S.A. / GENÈVE-SUISSE / 31 VICTOIRES / HAUTE PRECISION / (R.W.C. Ltd) / 4220" – das „31 Victoires“ verweist auf die Erfolge von Rolex in chronometrischen Wettbewerben, eine für diese Epoche charakteristische Markierung.
Das Uhrwerk mit Handaufzug, Kaliber Rolex 710, 10,5 Linien, mit 17 Rubinen (signiert „PATENTED SUPER BALANCE“), wurde einer vollständigen Revision unterzogen und funktioniert einwandfrei. Auf dem Uhrwerk liest man eine Inschrift „ROW“, die anzeigt, dass diese Uhr für den amerikanischen Markt bestimmt war. Auch wenn ihr ein schönes Lederarmband ebenfalls perfekt stehen würde, haben wir uns entschieden, sie an einem Vintage-Armband aus Stahl im „Reiskorn“-Stil zu präsentieren.
Vor dem Hintergrund, in dem die Rolex Bubble Back der 1940er Jahre ein deutlich wiedererwachtes Interesse erfahren, stellt diese Speedking Ref. 4220 mit originalem lachsfarbenem California-Zifferblatt eine ebenso seltene wie verlockende Alternative dar – und eine Gelegenheit, die versierte Sammler zu erkennen wissen.